Warum ein Preis pro Video oft wenig erklärt
Ein Interview an einem Ort mit einer vorbereiteten Fachperson ist anders zu planen als eine inszenierte Produktgeschichte mit mehreren Motiven. Selbst bei gleicher Videolänge können Konzeption, Personal, Licht, Ton, Animation und Abstimmung stark unterschiedlich ausfallen.
Auch die Zählweise verändert den Eindruck. Ein Hauptvideo, drei gekürzte Fassungen und zwei alternative Einstiege sind nicht sechs unabhängig entwickelte Geschichten. Es können trotzdem sechs sinnvolle Einsatzversionen sein. Im Angebot sollte erkennbar sein, was eine neue Produktion und was eine Variante ist.
Vergleicht daher zuerst das Ergebnis, das ihr braucht: Welche Inhalte sollen wo eingesetzt werden, welche Menschen sollen sie verstehen und welche Dateien müssen am Ende vorliegen? Erst dann lassen sich Preise sinnvoll gegenüberstellen.
Diese Kostenblöcke gehören in die Planung
| Kostenblock | Was ihr konkret klären solltet |
|---|---|
| Strategie und Konzept | Ist die Richtung vorhanden oder werden Botschaft, Idee, Skript und Format erst entwickelt? |
| Vorbereitung | Wer organisiert Personen, Räume, Ablauf, Motive und benötigtes Material? |
| Produktion | Welche Rollen, Technik, Drehzeiten, Orte und gegebenenfalls Reisen sind vorgesehen? |
| Postproduktion | Welche Arbeit an Schnitt, Ton, Farbe, Untertiteln oder Animation ist enthalten? |
| Varianten | Wie viele eigenständige Inhalte, Einstiege, Längen, Sprachen und Seitenverhältnisse werden geliefert? |
| Abstimmung | Wie werden Feedback, Änderungen und Freigaben organisiert? |
| Nutzung und Übergabe | Welche Einsätze sind vereinbart, welche Dateien und welches Material werden übergeben? |
| Ausspielung | Sind Veröffentlichung, Kampagnenbetreuung und Werbebudget separat kalkuliert? |
Die Gewichte dieser Blöcke unterscheiden sich je nach Projekt. Eine einfache Aufnahme mit aufwendiger Animation kann mehr Arbeit nach dem Dreh erzeugen. Ein dokumentarischer Drehtag an mehreren Orten kann dagegen vor allem durch Logistik geprägt sein. Eine pauschale Verteilung passt nicht zu jedem Vorhaben.
Drei Szenarien, die du nicht gleich kalkulieren solltest
Die folgenden Szenarien sind Beispiele zur Planung, keine buchbaren Pakete und keine Preisangebote von Vertikal Viral.
Eine Fachperson beantwortet mehrere Kundenfragen
Ihr habt eine geeignete Person, einen ruhigen Raum und eine abgestimmte Themenliste. Benötigt werden kurze, eigenständige Antworten für euren Kanal. Der Umfang umfasst Vorbereitung, Aufnahme, Auswahl, Schnitt und die vereinbarten Exporte.
Mehr Aufwand entsteht beispielsweise durch zusätzliche Personen, aufwendige Einblendungen, fremdsprachige Fassungen oder neue Themen nach dem Dreh. Wenn die Fragen noch nicht feststehen, muss zuerst die Konzeption eingeplant werden. Ein Content Day kann passende Aufnahmen bündeln; die Menge bleibt vom Format und der Vorbereitung abhängig.
Ein Produkt wird in einer inszenierten Anwendung gezeigt
Hier braucht es möglicherweise eine Bildidee, Darsteller, passende Räume, Requisiten, Lichtwechsel und mehrere Einstellungen. Die technische Länge des fertigen Videos sagt wenig über diese Vorbereitung aus.
Kläre besonders, welche Eigenschaften sichtbar werden müssen und welche Darstellung fachlich freigegeben ist. Wenn ein notwendiger Anwendungsschritt fehlt, lässt er sich nicht immer im Schnitt ergänzen. Ein zusätzlicher Drehtag ist etwas anderes als eine Textkorrektur.
Aus einem Konzept entstehen mehrere Videoanzeigen
Für einen Creative-Test können verschiedene Einstiege oder Belege gebraucht werden. Das gemeinsame Grundmaterial kann Aufwand bündeln. Jede Variante braucht trotzdem eine klare Definition, Schnitt, Prüfung und Übergabe.
Der Produktionspreis umfasst nicht automatisch den späteren Anzeigenbetrieb. Testplanung, Kampagnenbetreuung und das Budget, das an die Werbeplattform geht, sollten getrennt erkennbar sein. Wie du Varianten sinnvoll planst, erklärt unser Artikel zu Video Ads und Creative Testing.
Paket, Tagessatz oder laufende Zusammenarbeit?
Ein Paket hilft beim Vergleichen, wenn sein Inhalt präzise beschrieben ist. Ein Tagessatz kann für klar abgegrenzte Produktionsrollen passen. Eine laufende Zusammenarbeit kann wiederkehrende Planung, Produktion und Abstimmung organisieren. Keines dieser Modelle ist automatisch günstiger oder besser.
| Modell | Passt eher, wenn … | Vorher klären |
|---|---|---|
| Definierter Projektumfang | Ergebnis und Lieferumfang ausreichend feststehen. | Was ist enthalten, was löst eine Zusatzbeauftragung aus? |
| Abrechnung nach Aufwand | Einzelne Aufgaben oder variable Leistungen gebraucht werden. | Ansätze, Schätzung, Budgetgrenze und Freigabe für Mehrarbeit. |
| Laufende Zusammenarbeit | Regelmäßig Content und feste Abstimmungsabläufe gebraucht werden. | Monatlicher Umfang, Planung, ungenutzte Kapazität und Änderungsregeln. |
Achte bei allen Modellen auf dieselbe Vergleichsbasis. Sind Beträge netto oder brutto angegeben? Sind Reise- und Fremdkosten enthalten? Ein niedriger Einstiegspreis hilft wenig, wenn die für euren Einsatz nötigen Leistungen erst später hinzukommen.
Rechte, Musik und Rohmaterial früh klären
Besprecht, ob das Material organisch, als Anzeige, auf einer Website, bei einem Event oder in weiteren Medien genutzt werden soll. Haltet auch vereinbarte Laufzeiten, Gebiete und Bearbeitungsmöglichkeiten fest. Diese Fragen gehören in die Vorbereitung, weil verwendete Musik, Personen oder zugekaufte Materialien eigene Bedingungen mitbringen können.
Für Musik in Videos weist die GEMA auf die notwendige Rechteklärung für die Verbindung von Musik und Bewegtbild hin. Ein verfügbarer Musiktitel ist deshalb noch kein Nachweis, dass er für euren geplanten Werbeeinsatz freigegeben ist. Welche Rechte konkret gebraucht werden, muss am tatsächlichen Material und Einsatz geprüft werden.
Rohmaterial, Projektdateien und fertige Exporte sind unterschiedliche Liefergegenstände. Fragt ausdrücklich, was ihr erhaltet, ob spätere Anpassungen möglich sind und wie lange Material aufbewahrt wird. Geht nicht davon aus, dass alles automatisch zur Übergabe gehört.
So vermeidest du unnötige Änderungsrunden
Legt einen Ansprechpartner fest, der Rückmeldungen aus eurem Unternehmen bündelt. Prüft Botschaft und Fakten möglichst früh. Wenn nach dem finalen Schnitt eine andere Zielgruppe angesprochen werden soll, ändert sich möglicherweise das Konzept und nicht nur eine einzelne Einstellung.
Haltet fest, wie viele Feedbackschritte vorgesehen sind und was jeweils geprüft wird. Eine sinnvolle Trennung ist beispielsweise: zuerst Inhalt und Aufbau, danach Details und technische Endkontrolle. Das ist ein möglicher Ablauf, keine verbindliche Paketleistung.
Wenn du Budget reduzieren musst, beginne beim Umfang: weniger Motive, eine klarere Hauptaussage oder gezielt ausgewählte Varianten. Spare nicht dadurch, dass notwendige Aufgaben im Angebot einfach unbenannt bleiben. Unklarheit verschiebt den Aufwand nur.
Diese Angaben machen deine Anfrage kalkulierbar
- Welches Ziel hat das Video, und für wen ist es gedacht?
- Wo und wie soll es eingesetzt werden?
- Welche Inhalte, Formate und Versionen braucht ihr konkret?
- Was liegt bereits vor: Strategie, Skript, Material, Räume, Personen?
- Wer gibt Feedback und entscheidet über die Freigabe?
- Gibt es einen Einsatztermin und einen Budgetrahmen für die Planung?
Wenn etwas noch offen ist, benenne es als offene Frage. Eine Produktion muss nicht fertig durchgeplant sein, bevor du anfragst. Entscheidend ist, dass Beratung und Vorbereitung als Aufgaben sichtbar werden.
In unserer Umsetzung stimmen wir Konzept, Produktion, Varianten und Übergabe auf euren Einsatz ab. Wenn ihr anschließend auch die Ausspielung mit uns plant, trennen wir die jeweiligen Aufgaben im Umfang. Lass uns GROSS denken.
