Beginne mit der Kaufentscheidung
„Wir möchten unser neues Produkt zeigen“ beschreibt einen Gegenstand, aber noch keine Aufgabe. Frag zuerst: Was verstehen Interessenten bisher nicht? Welche Zweifel halten sie vom nächsten Schritt ab? Was lässt sich im Video besser zeigen als in einem Satz?
Bei einem Werkzeug kann die Handhabung entscheidend sein. Bei einer Tasche sind es möglicherweise Größe, Zugriff und Material. Bei einer technischen Komponente muss erklärt werden, wo sie eingesetzt wird und wie sie mit anderen Teilen zusammenarbeitet.
Wähle für das Hauptvideo eine zentrale Frage. Zusätzliche Fragen können eigene kurze Fassungen erhalten. So bleibt der Inhalt verständlich, statt jede Produktinformation in dieselbe Minute zu pressen.
Die Vorlage für dein Briefing
Die folgende Struktur kannst du direkt für eine interne Abstimmung oder Produktionsanfrage verwenden.
| Feld | Was hineingehört |
|---|---|
| Zielgruppe | Rolle, Nutzungssituation, Vorwissen und wichtigste offene Frage |
| Geschäftliches Ziel | Beispielsweise Anwendung verstehen, Beratung anfragen oder Produktseite besuchen |
| Hauptaussage | Ein vollständiger Satz, den die Person nach dem Video verstanden haben soll |
| Beleg | Vorführbare Eigenschaft, freigegebene Daten oder nachvollziehbare Anwendung |
| Einsatz | Produktseite, Vertrieb, Messe, organischer Beitrag oder Anzeige |
| Fassungen | Seitenverhältnisse, Sprachen und inhaltlich unterschiedliche Varianten |
| Material | Verfügbare Produkte, Zubehör, Verpackung, Modelle und bestehende Aufnahmen |
| Rahmen | Drehort, Ansprechpartner, Termin, Budgetrahmen und Freigabeweg |
| Abgabe | Dateiformate, Untertitel, Vorschaubilder und vereinbarte Projektbestandteile |
Beschreibe unbekannte Punkte offen. Ein ehrliches „Dafür brauchen wir eine Empfehlung“ ist hilfreicher als eine willkürlich festgelegte Videolänge.
Übersetze Eigenschaften in sichtbare Belege
„Hochwertig“, „innovativ“ und „einfach“ lassen sich schlecht filmen. Konkret wird es, wenn du erklärst, woran diese Eigenschaften erkennbar sind.
Bei einem modularen Regal könnte das Video den Aufbau zeigen. Bei einem Reinigungsgerät die tatsächliche Anwendung unter benannten Bedingungen. Bei einer Softwareoberfläche einen klar abgegrenzten Arbeitsschritt. Die Inszenierung sollte den Beleg verständlicher machen, ohne relevante Bedingungen zu verstecken.
Ein Produktversprechen, das sich nicht aus dem Material belegen lässt, gehört zuerst zurück in die fachliche Abstimmung. Schnitt, Licht und Musik können eine fehlende Begründung nicht ersetzen.
Plane Motive nach ihrer Aufgabe
Eine hilfreiche Motivliste unterscheidet Orientierung, Anwendung und Detail. Die Orientierung zeigt das Produkt im passenden Umfeld. Die Anwendung erklärt eine Handlung. Details machen relevante Eigenschaften sichtbar.
Konstruiertes Beispiel: Ein Unternehmen möchte eine wiederverwendbare Transportbox zeigen. Die zentrale Frage lautet: „Wie lässt sie sich im Arbeitsalltag beladen und transportieren?“
Dafür braucht die Produktion eine verständliche Gesamtansicht, den Ablauf beim Öffnen und Beladen sowie Detailbilder der relevanten Verschlüsse. Eine zusätzliche kurze Fassung könnte nur den Platzbedarf behandeln. Wenn das Briefing stattdessen lediglich „zehn schöne Einstellungen“ verlangt, fehlt dieser Zusammenhang.
Diese Motivlogik hilft auch bei der Abnahme: Es lässt sich prüfen, ob die vereinbarte Frage tatsächlich beantwortet wird.
Denke Seitenverhältnisse vor dem Dreh mit
Ein Querformat lässt sich nicht beliebig in ein Hochformat verwandeln. Hände, Produkt und erklärende Person können beim Beschneiden auseinanderfallen. Auch Textflächen benötigen Platz.
Wenn beide Formate gebraucht werden, gehört das ins Briefing. Die Produktion kann dann Bildkomposition, Auflösung und zusätzliche Einstellungen darauf abstimmen. Entscheidend ist nicht, jede Aufnahme doppelt zu drehen, sondern früh zu wissen, welche Motive in welcher Fassung funktionieren müssen.
Untertitel und wichtige Einblendungen sollten außerdem in den tatsächlichen Veröffentlichungsumgebungen geprüft werden. Eine exportierte Datei kann technisch richtig und auf dem Handy trotzdem schlecht lesbar sein.
Kläre Rechte und Freigaben als Teil des Umfangs
Verwendung, Laufzeit und räumlicher Einsatz gehören in die Abstimmung. Das betrifft beispielsweise mitwirkende Personen, Musik und fremdes Material. Das Urheberrechtsgesetz sieht vor, dass Nutzungsrechte unter anderem zeitlich, räumlich und inhaltlich begrenzt eingeräumt werden können. § 31 UrhG.
Für das Briefing bedeutet das: „Wir brauchen ein Video“ ist weniger konkret als „Wir möchten diese Fassungen auf unserer Website und in bezahlten Kampagnen einsetzen“. Die genaue vertragliche Gestaltung muss zum Projekt passen.
Bestimme zusätzlich, wer Produktangaben prüft und wer das finale Feedback bündelt. Widersprüchliche Rückmeldungen aus mehreren Abteilungen kosten Zeit und können bereits geklärte Entscheidungen erneut öffnen.
So prüfst du, ob das Briefing funktioniert
Lass eine Person, die das Projekt nicht mitentwickelt hat, vier Fragen beantworten: Für wen ist das Video? Was soll diese Person verstehen? Woran wird es gezeigt? Was muss geliefert werden?
Sind die Antworten unklar, überarbeite diese Stellen. Ist alles beantwortet, hat die Produktion eine brauchbare Grundlage für Konzept und Kalkulation.
Wenn du Unterstützung beim Übersetzen von Produkteigenschaften in eine klare Geschichte brauchst, beginnen wir bei der Konzeption. Für Aufnahme, Schnitt und die benötigten Fassungen findest du den nächsten Schritt unter Umsetzung.
