Ausspielung & Wirkung / Lesezeit: ca. 3 Min.

UGC vs. Influencer: Kaufst du Content oder Reichweite?

Bei einer UGC-Produktion steht häufig das Material für die Marke im Mittelpunkt. Bei einer Influencer-Kooperation kann zusätzlich die Veröffentlichung vor dem Publikum einer Person entscheidend sein. In der Praxis überschneiden sich die Rollen, deshalb ist der tatsächliche Auftrag wichtiger als das Etikett.

Wenn du beide Angebote vergleichst, frage zuerst: Brauchen wir gute Videos, Zugang zu einer passenden Community oder beides? Aus dieser Antwort ergibt sich, welche Leistung ihr bewerten und bezahlen solltet.

Eigenständige rosa Strichzeichnung zum Thema UGC vs. Influencer.

Was wird eigentlich eingekauft?

FrageContent-ProduktionKooperation mit Veröffentlichung
HauptleistungNutzbares MaterialInhalt plus vereinbarter Zugang zum Publikum
AuswahlDarstellung, Ideen, ProduktionsqualitätZusätzlich Publikum und Themenpassung
NutzungEigene Kanäle nach VereinbarungVeröffentlichungsumfang und mögliche Weiterverwendung
AuswertungEignung und Wirkung der eingesetzten DateienZusätzlich Ergebnisse der Veröffentlichung

Die Tabelle beschreibt typische Schwerpunkte, keine festen Berufsgrenzen. Ein Creator kann beide Leistungen anbieten. Ein echtes Nutzerposting ist wiederum etwas anderes als ein beauftragter Clip im UGC-Stil.

Drei Fälle erleichtern die Entscheidung

Ihr habt ein funktionierendes Angebot und benötigt mehrere verständliche Produktdemonstrationen für eigene Anzeigen. Dann kann die Produktionsfähigkeit wichtiger sein als die Followerzahl.

Ihr möchtet eine relevante Fachcommunity erreichen, in der ihr noch wenig bekannt seid. Dann zählen Vertrauen, Themenpassung und Publikum der Person stärker. Ein gutes Video allein liefert diesen Zugang nicht automatisch.

Ihr wollt einen Beitrag veröffentlichen lassen und später als Anzeige nutzen. Dann braucht ihr beide Leistungen und die passende Vereinbarung. Dieser dritte Fall sollte im Angebot ausdrücklich vorkommen, statt erst nachträglich als selbstverständlich angenommen zu werden.

Vergleiche den gesamten Umfang

Prüft Idee, Dreharbeit, Schnitt, Varianten, Veröffentlichung, Korrekturen und Nutzungen. Ein günstiges Angebot ohne Werberechte kann für eure Kampagne ungeeignet sein. Ein umfangreiches Veröffentlichungspaket kann unnötig sein, wenn ihr ausschließlich Material benötigt.

Auch die Aussagebasis zählt: Hat die Person das Produkt tatsächlich benutzt? Spricht sie als Expertin, Kundin oder Darstellerin? Ein persönlicher Ton darf diese Unterschiede nicht verschleiern. Mehr dazu steht bei UGC Ads.

Was ihr vor dem Start aufschreiben solltet

  • Welche Aufgabe soll der Inhalt erfüllen?
  • Wo soll er erscheinen und wer ist dort der Absender?
  • Welche Varianten und Bearbeitungen braucht ihr?
  • Welche Daten stehen für die Auswertung zur Verfügung?
  • Wer verantwortet Freigaben und erforderliche Kennzeichnungen?

Für die Einordnung kommerzieller Veröffentlichungen verweist der Leitfaden der Medienanstalten auf die relevanten Kennzeichnungsfragen.

Die passende Zusammenarbeit auswählen

Eine hohe Reichweite kann schlechte Produktpassung nicht zuverlässig ausgleichen. Gute Produktionsqualität ersetzt umgekehrt nicht das fehlende Publikum, wenn genau dieses euer Ziel ist. Beurteilt deshalb jeden Bestandteil nach seiner Aufgabe.

Den weiteren Ablauf beschreibt Influencer-Kooperation planen. Gemeinsam mit der Ausspielung könnt ihr daraus einen Umfang entwickeln, der eure tatsächliche Lücke schließt.

Vom Lesen ins Machen.

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