Ausspielung & Wirkung / Lesezeit: ca. 3 Min.

UGC Ads: Nahbar produzieren, ohne echte Erfahrungen vorzutäuschen

UGC steht für User Generated Content, also Inhalte von Nutzern. Im Werbealltag wird „UGC Ads“ allerdings häufig auch für beauftragte Videos im persönlichen, alltagsnahen Stil verwendet. Diese beiden Fälle sollten nicht verwechselt werden: Ein gebuchter Auftritt ist nicht automatisch eine unabhängige Kundenerfahrung.

Für eine Marke ist deshalb die erste Frage, wer im Video spricht und worauf die Aussage beruht. Der Stil darf unkompliziert sein. Die dargestellte Erfahrung muss trotzdem stimmen.

Eigenständige rosa Strichzeichnung zum Thema UGC Ads.

Welche Art von Inhalt liegt vor?

Echte Nutzer können eigene Erfahrungen schildern. Creator können ein Produkt ausprobieren oder dessen Anwendung demonstrieren. Darsteller können eine klar inszenierte Szene spielen. Diese Rollen sind alle möglich, haben aber unterschiedliche Aussagen und Voraussetzungen.

Besonders problematisch wäre es, einer Person eine angebliche persönliche Erfolgsgeschichte in den Mund zu legen, die sie nicht erlebt hat. Auch eine KI-Figur sollte nicht als echter zufriedener Kunde ausgegeben werden. Für dokumentierte Erfahrungen gibt es unseren Leitfaden zu Kundenstimmen als Video.

Ein Briefing für glaubwürdige UGC Ads

FrageIm Briefing festhalten
Wer spricht?Kunde, Creator oder Darsteller
Was wird gezeigt?Tatsächliche Anwendung oder erkennbare Inszenierung
Welche Aussage ist belegt?Eigenschaften, eigene Erfahrung, zulässige Behauptungen
Wo läuft die Anzeige?Kanäle, Laufzeit und bezahlte Nutzung

Gebt konkrete Fakten und Grenzen vor, aber lasst Raum für die Sprache der Person. Eine Demonstration kann verständlicher sein als ein ausformulierter Werbetext. Entscheidend ist, ob sie das relevante Problem erklärt.

Einfacher Look ist kein Ersatz für Qualität

Ein Smartphone-Look kann passen. Unverständlicher Ton, abgeschnittene Produktdetails oder schwer lesbare Untertitel helfen aber niemandem. Prüft das Video auf dem vorgesehenen Gerät und ohne Vorwissen über das Briefing.

Ein möglicher Aufbau ist Situation, Anwendung und Einordnung. Das ist eine redaktionelle Option, keine Erfolgsformel. Bei erklärungsbedürftigen Angeboten kann eine konkrete Antwort besser passen als eine dramatische Problemszene.

Rechte und Kennzeichnung klären

Die Erlaubnis, einen Beitrag zu teilen, umfasst nicht automatisch jede Werbenutzung. Stimmt Bearbeitungen, Kanäle und Laufzeit konkret ab. Bei kommerziellen Inhalten muss die Kennzeichnung zum jeweiligen Fall passen; Orientierung bietet der Leitfaden der Medienanstalten.

Teste Aussagen, nicht nur Gesichter

Vergleicht nachvollziehbare Varianten: eine Anwendung, einen typischen Einwand oder einen anderen Einstieg. Prüft dabei die Qualität der anschließenden Kontakte. Viele Reaktionen auf eine unterhaltsame Person müssen noch keine passenden Anfragen bedeuten.

Wie sich Produktion und Reichweite beim Einkauf unterscheiden, erklärt UGC vs. Influencer. In der Ausspielung lässt sich daraus ein passender Test mit klar vereinbarten Nutzungen entwickeln.

Vom Lesen ins Machen.

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