Workshop, Schulung oder Consulting: Was braucht ihr gerade?
Die Bezeichnungen werden unterschiedlich verwendet. Für die Planung hilft es, auf die tatsächliche Aufgabe zu schauen. Fehlt die Richtung für euren Auftritt, müsst ihr Entscheidungen treffen. Fehlt eine Fähigkeit, müsst ihr sie üben. Beides kann zusammengehören, sollte aber nicht im selben Zeitfenster unbemerkt miteinander konkurrieren.
| Format | Geeignet für | Greifbares Ergebnis |
|---|---|---|
| Consulting | Zielgruppe, Positionierung, Prioritäten oder Kanalwahl klären. | Begründete Entscheidungen und nächste Schritte. |
| Team-Schulung | Ein gemeinsames Verständnis zu Aufgaben und Methoden aufbauen. | Gemeinsame Kriterien und bearbeitete Beispiele. |
| Praxis-Workshop | Eine konkrete Aufgabe selbst ausprobieren und verbessern. | Ein eigener Entwurf mit Feedback. |
| 1:1-Begleitung | Individuelle Fragen oder Auftreten vor der Kamera vertiefen. | Persönliche Übung und gezielte nächste Aufgabe. |
Auch etablierte Weiterbildungsanbieter wie die Haufe Akademie führen Social-Media-Inhouse-Schulungen. Das Format allein sagt aber noch nichts darüber aus, wie viel eigenes Arbeiten vorgesehen ist. Frag nach Übungen, Betreuung und Ergebnissen, nicht nur nach dem Seminartitel.
Formuliert ein Lernziel, das man beobachten kann
„Wir wollen Social Media verstehen“ ist als Einstieg okay, für eine Agenda aber zu offen. Präziser wäre: „Unsere Fachpersonen können eine Kundenfrage in einem kurzen Video verständlich beantworten, und das Marketingteam kann den Entwurf anhand gemeinsamer Kriterien beurteilen.“
Jetzt lässt sich die Arbeit planen: Frage auswählen, Aussage strukturieren, Aufnahme machen, gemeinsam ansehen und überarbeiten. Wenn zusätzlich Schnitt, Kampagnensteuerung, KI und Reporting gewünscht sind, braucht es weitere Einheiten oder eine klare Auswahl.
Ein Lernziel sollte zu den tatsächlichen Rollen passen. Wer später nur fachliche Inhalte liefert, muss nicht zwangsläufig alle Funktionen eines Schnittprogramms beherrschen. Wer veröffentlicht, braucht dagegen Sicherheit bei Export, Prüfung und Freigabe. Ein gutes Training macht diese Unterschiede sichtbar.
Was ihr vor einer Inhouse-Schulung vorbereiten solltet
Sammelt eine kleine Auswahl eigener Beiträge und zwei oder drei wiederkehrende Aufgaben. Benennt, wer teilnimmt und was die Personen bereits können. So lässt sich erkennen, ob alle mit derselben Übung sinnvoll arbeiten können oder ob unterschiedliche Aufgaben gebraucht werden.
- Anwendungsfall: Welche echte Aufgabe soll nach dem Workshop leichter fallen?
- Material: Welche Inhalte und Beispiele dürfen in der Gruppe verwendet werden?
- Ausstattung: Welche Smartphones, Mikrofone, Rechner und Programme stehen tatsächlich bereit?
- Zuständigkeiten: Wer kann fachliche Fragen beantworten und Ergebnisse später freigeben?
- Rahmen: Wie viel Zeit gibt es zum Üben, und wie viel individuelles Feedback ist nötig?
Klärt auch Zugänge und technische Voraussetzungen vorab. Wenn erst während des Workshops Software installiert oder ein Account gesucht werden muss, fehlt diese Zeit für die eigentliche Anwendung. Sensible Kundenmaterialien gehören nur mit geklärter Nutzung in eine gemeinsame Übung.
Beispiel: Ein halber Tag für ein eigenes Social Video
Diese beispielhafte Agenda ist ein Vorschlag für ein Team mit einfachen Produktionsmitteln. Sie ist kein festes Paket. Gruppengröße, Vorwissen und das gewünschte Ergebnis können einen anderen Ablauf erforderlich machen.
| Zeit | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 20 Minuten | Ausgangslage und eine konkrete Kundenfrage auswählen. | Gemeinsame Aufgabe für die Übung. |
| 25 Minuten | Beispiel ansehen und Kriterien besprechen. | Verständnis für Aussage, Aufbau und nächsten Schritt. |
| 35 Minuten | Einen eigenen Einstieg und eine kurze Antwort entwickeln. | Sprechbarer Entwurf statt langer Werbetext. |
| 10 Minuten | Pause. | Zeit zum Durchatmen. |
| 45 Minuten | In kleinen Gruppen aufnehmen; Rollen wechseln. | Erste Aufnahmen und praktische Erfahrung. |
| 40 Minuten | Gemeinsam prüfen und gezieltes Feedback geben. | Eine konkrete Verbesserung pro Entwurf. |
| 35 Minuten | Eine zweite Fassung aufnehmen. | Überarbeiteter Videoentwurf. |
| 20 Minuten | Nächste Anwendung und Zuständigkeiten festhalten. | Ein realistischer Anschluss im Alltag. |
Die Agenda umfasst insgesamt 230 Minuten einschließlich Pause. Ein fertig geschnittenes, rechtlich geprüftes und veröffentlichtes Video ist damit nicht automatisch zugesagt. Wenn genau das euer Lernziel ist, müssen Schnitt, Prüfung und Freigabe Teil des vereinbarten Umfangs sein.
Wie hilfreiches Feedback aussieht
„Wirkt noch nicht professionell“ lässt sich schwer umsetzen. „Die eigentliche Antwort beginnt erst nach drei Sätzen; versuch beim zweiten Take direkt damit einzusteigen“ gibt eine konkrete Aufgabe. Feedback sollte sich auf die Arbeit beziehen und eine erneute Anwendung ermöglichen.
Für die Videoübung können diese Fragen als gemeinsame Prüfliste dienen:
- Wird erkennbar, für wen die Antwort relevant ist?
- Ist die zentrale Aussage verständlich und fachlich korrekt?
- Hilft ein Beispiel, eine Aufnahme oder eine Demonstration beim Verstehen?
- Sind Sprache und Ton verständlich, und passt das Tempo zum Inhalt?
- Weiß ein interessierter Mensch, was er als Nächstes tun kann?
Diese Liste ist eine Arbeitshilfe, kein Punktesystem für garantierte Reichweite. Ein Video kann alle Kriterien erfüllen und trotzdem Anpassungen an Zielgruppe, Format oder Ausspielung brauchen.
Vor Ort oder live online?
Ein Workshop vor Ort kann sinnvoll sein, wenn gemeinsam aufgenommen, mit Licht und Ton gearbeitet oder zwischen Rollen gewechselt werden soll. In euren Räumen lässt sich außerdem mit der Ausstattung üben, die später wirklich genutzt wird.
Live online passt unter anderem zu Konzeptarbeit, Redaktionsplanung, Materialbesprechung und individuell vorbereitetem Feedback. Praktische Übungen sind auch dort möglich, brauchen aber einen klaren technischen Rahmen und genügend Zeit für Rückfragen.
Ein Selbstlernkurs kann Grundlagen oder wiederkehrende Arbeitsschritte ergänzen. Er ersetzt nicht automatisch Rückmeldung auf eure konkrete Umsetzung. Für ein Team mit sehr unterschiedlichem Kenntnisstand kann eine gemeinsame Grundlage plus anschließende praktische Vertiefung sinnvoller sein als ein einziger großer Termin.
Was nach dem Workshop passieren sollte
Plant die nächste Anwendung mit, bevor alle wieder im Tagesgeschäft verschwinden. Wer bearbeitet welchen Inhalt? Wer gibt Feedback? Wann wird das Ergebnis gemeinsam angesehen? Das sind konkrete Vereinbarungen, kein Versprechen, dass jede Schulung dauerhaft Verhalten verändert.
Prüft später nicht nur, ob der Termin gefallen hat. Schaut auf das Arbeitsprodukt: Kann das Team eine Aufgabe selbst ausführen, Entscheidungen begründen und Fehler erkennen? Wenn die Umsetzung stockt, kann die Ursache auch fehlende Zeit, ein unklarer Freigabeweg oder ungeeignete Ausstattung sein. Dann hilft ein weiterer Vortrag allein wenig.
Bei Vertikal Viral richten wir Coaching, Workshops und Team-Schulungen auf eure Aufgaben aus. Wenn vor allem das Auftreten vor der Kamera schwerfällt, ist Kamera- und Schauspielcoaching die passendere Vertiefung. Fehlt die Richtung für den gesamten Auftritt, beginnt ihr mit einer Social-Media-Strategie.
Bring eine Aufgabe mit, die dein Team künftig selbst übernehmen soll. Daraus können wir gemeinsam ein sinnvolles Training entwickeln. Lass uns GROSS denken.
